Der Geruchssinn des Menschen verbindet Emotionen und Gefühle

Wenn wir der Geschichte des Parfums folgen wollen, müssen wir zurück gehen bis an den Anfang der Weltgeschichte. Das Parfum ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden und galt als Tauschobjekt, schützte vor Krankheiten und wurde bei religiösen Zeremonien eingesetzt. So wurde das Parfum zu einem Zeugen der Gesellschaft und gibt Auskunft über das Leben in der jeweiligen Epoche, die Medizin, dem Glauben und den herrschenden Sitten.

Entstanden ist das Wort Parfüm aus dem lateinischen Name “per-fumus”, das für “durch den Rauch” steht und mit dem nichts anderes gemeint ist, als das Verbrennen von aromatischen Substanzen über dem Feuer. Früher wurden die Menschen, die ein Parfüm benutzten bezichtigt, lasterhafte Fleischeslüste zu wecken und die Menschen zum Sündigen zu verführen. Doch Paracelsus erkannte, das Düfte auch positiv auf Leib und Seele wirken können und setzte sich damit auseinander. Die Menschheit vertraute Ihm und den neuen Gerüchen, doch durch mangelnde Hygiene und den Ausbruch der Pest wurden Düfte genutzt um den üblen Gestank zu überdecken. Durch Aufklärung und Verbesserung der hygienischen Bedingungen wurden die Duftwässerchen im Laufe der Zeit unendbehrlich und sind heute überhaupt nicht mehr wegzudenken. Lange Zeit war das Parfüm nur der wohlhabenden Schicht vorbehalten doch Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten synthetischen Duftstoffe aus Aldehyden hergestellt und das Parfüm wurde zu einem Massenprodukt.

Der Geruchssinn des Menschen verbindet Emotionen und Gefühle miteinander, die an frühere Erlebnisse erinnern und kann dabei unbewusst und spontan Ekel oder Zuneigung auslösen, je nach dem was aus der Vergangenheit damit verbunden wird. Ebenso kann der Geruchssinn ausschlaggebend sein bei der Partnerwahl, denn unbewusst werden beim anderen Geschlecht gegensätzliche Erbanlagen “erschnüffelt”, die möglichen gemeinsamen Kindern die besten Voraussetzungen für ein gesundes Leben bieten. Jeder Duft wirkt bei jedem Menschen anders, riecht bei jedem Menschen anders und unterstreicht den Stil und den Geschmack seines Trägers. Abhängig vom Hauttyp haftet der Duft unterschiedlich bei seinem Träger, denn trockene Haut z. B. nimmt die Düfte schlechter an, Sie müssen immer wieder neu oder extra viel auftragen, was nicht immer dazu führt, das mehr auch besser ist. Am besten Sie cremen vor dem Auftragen die Haut mit einer Feuchtigkeitslotion ein und erzielen so die bestmögliche Haftung des Duftes. Wenn Sie einen Duft über einen längeren Zeitraum tragen, nehmen Sie ihn selbst nicht mehr richtig wahr und das verleitet zu einem großzügigen Sprühen, das gar nicht nötig ist, denn es kann passieren, das Sie damit so manchen Verehrer in die Flucht schlagen. Sollten Sie dennoch einmal etwas zu viel aufgesprüht haben ist es möglich mit einem feuchten Lappen den Duft zu verdünnen.

Düfte lösen bei jedem Menschen eine Vielzahl von Gefühlen und Assoziationen aus, die zum Teil unbewusst und nicht steuerbar sind. Dabei spielt die Intensität des Duftes eine grosse Rolle, die in 3 Schwellen aufgeteilt wird.
- Duftwirkungs-Schwelle: Der Körper reagiert ab dieser noch nicht wahrnehmbaren Intensität auf den Duft
- Wahrnehmungs-Schwelle: Man riecht etwas, kann es jedoch nicht zuordnen
- Erkennbarkeits-Schwelle: Der Duft ist erkennbar und benennbar. Steigt die Duftintensität an, wandelt er sich von angenehm zu aufdringlich bis hin zur Flucht-Schwelle, die unbewusst eine Fluchtreaktion auslöst.

Also beachten Sie bitte beim sprühen des Duftes, weniger ist manchmal mehr. Die Duftmenge ist abhängig vom Anlass und so können Sie individuell die Dosierung des Parfums reduzieren oder erhöhen. Für den Alltag und bei der Arbeit sollte der Duft sparsamer aufgetragen werden, aber bei einem nächtlichen Streifzug durch Clubs & Kneipen darf es gerne etwas mehr sein.

Mädchen oder Frau, der Duft sollte zum Alter seiner Trägerin passen und so gibt es neben dem klassischen Damenparfum auch neutrale Unisex-Düfte oder Mädchendüfte. Inzwischen werden sogar Kinderparfums hergestellt z. B. mit einem frischen, leichten Apfelaroma. Im Laufe der Zeit verändert die Haut durch hormonelle Schwankungen ihr naturgegebenes Aroma und so wirkt ein betont mädchenhaftes Parfum irritierend an einer reifen Frau und ein sehr femininer Duft nicht an einer 18-jährigen Abiturientin. Mädchenparfums mit ihrem blumig-zitronigen Duft haften meist nur dezent an der Haut, verfliegen recht schnell und werden abgepackt in schlanken, verspielten Flakons. Reine, grüne Düfte sind bei jungen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren gefragt, die Gedanken an die belebende Luft klarer Sommerabende, frisch geschnittenes Gras und naturverbundene Jugendlichkeit erwecken. Durch die Zugabe von exotischen und orientalischen Essenzen erhalten die Düfte einen Hauch sinnlicher Weiblichkeit. Vor allem die Düfte grosser Musikstars und von sportlich orientierten Modemarken werden von den Frauen in den 20ern gerne gekauft wie z. B. JLo, Britney Spears, Mexx oder Esprit. Frauen ab 30 sind selbstbewusster, trauen sich schon mehr und werden von orientalischen und würzigen Aromen angezogen. Die Parfums duften intensiver, verfliegen nicht so schnell und werden in edlen Flakons verpackt. Viele Parfums halten sich oft über Jahrzehnte auf dem Markt wie z. B. Yves Saint Laurent Opium oder Lancome Tresor.
Natürlich gibt es bei der Wahl des Duftes auch Ausnahmen, denn schließlich entscheidet jeder selbst über das perfekte Lieblingsparfum, doch bitte nicht vergessen, Düfte machen nicht jünger oder älter, sie unterstreichen jedoch den Charakter und den Stil ihres Trägers.